Montag, 31. August 2015

Auszüge aus "Mein Ich-Gewicht" von Maja Storch

Ich möchte das Buch gerne an eine gute Freundin weiter geben und schreibe mir daher die wichtigsten Punkte raus. Das Buch hat mein ganzes Denken vom Abnehmen auf den Kopf gestellt. Ich dachte, ich wäre willenlos und schwach. Dabei habe ich einfach keine richtige Intention (meine eigene Absicht)geformt.

Weil diese Führungskompetenz so wichtig ist, hat man ihr einen besonderen Namen gegeben: Leadership (S. 155)
=> Warum können die einen jemanden motivieren und die anderen nicht? Weil sie die individuelle Ebene ansprechen!

Und man weiß, dass es unter anderem  von der Art des Ziels abhängt, die Menschen sich oder anderen setzen, wie hoch der Motivationspegel steigt. (S.156)
=> Genau das was oben schon erwähnt wurde. Wenn ich Ziele aus der Haltungsebene nehme (Warum will ich das) und aus der Ergebnisebene (Was will ich?), statt Ziele auch der Verhaltensebene (Wie mache ich das?) und aus der Ausführungsebene (Wann und wo mache ich es?), dann habe ich mehr Chancen, etwas zu erreichen. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Fragen? Her damit!

Die Motivation wird umso heißer, je weiter man in der Pyramide nach oben kommt. (S. 158)
=> Und meine Chancen auf Erfolg steigen auch )))

In der Pyramidenspitze wohnt die Kraft. (S. 158)
=> Anders ausgedrückt zum besseren Verständnis.

... in der höchsten Stufe der Pyramide geht es um die Frage nach dem Sinn des Tuns, nach seiner Identität ... (S. 159)
=> Warum stört mich mein Übergewicht? Warum will ich weniger wiegen? Wo ist der Sinn davon?

Und je konkreter der Tipp ist, desto mehr wird das Motivationssystem kalt gestellt. (S. 161)
=> Deshalb haben die ganzen Ratschläge bezüglich gesunder Ernährung und Bewegung nix gebracht.

Ich bin in Harmonie mit Gott und meiner Natur. (S. 164)
=> Ein Beispiel-Motto für jemanden, der sich selbst lieben möchte. Hat mich angesprochen. Auch wenn ich das Wort Gott mich stört.

Selbstregulierende Willenskraft zu erzeugen ist eine Lebensaufgabe, kein einmaliger Akt. Aber die Aufgabe ist eine schöne... (S. 173)
=> Ja, und wie schön sie ist. Ich habe in dem einen Monat so viel verstanden, wie ich in den letzten 20 Jahren nicht verstanden hab. Warum es nicht geklappt hat, mit dem Abnehmen und wie es gehen kann.

Nur wer die Handlungen an einer sorgfältig erarbeiteten Haltung ausrichtet, der bekommt eine Linie in das Leben, die von der Gegenwart in die Zukunft reicht. (S. 174)
=> Und diese Haltung muss man sich eben erarbeiten. Die Gründe für den Wunsch Abnehmen zu wollen müssen erforscht und geprüft werden. Und evtl. müssen sogar neue gefunden werden, wenn die alten bei der Prüfung durch gerasselt sind.

Gute Vorbereitungen sind ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Handlung. (S. 174)
=> Als Beispiel nennt Maja Storch den Bauplan, den jemand haben muss, bevor er anfängt zu bauen. Oder dass man ein Pferd vor dem Ausreiten erst satteln muss. Also erst überlegen warum ich es will und wie ich es anstellen will (und vor allem ob mein Unterbewusstes da grünes Licht gibt) und dann erst los legen.

Die meisten Menschen haben gelernt, dass Willenskraft darin besteht sich über die Signale des Körpers hinweg zu setzen. (S. 175)
=> Hier hat die Autorin in mein Hirnkästchen geschaut ))) Genau, Willenskraft hat man, wenn man trotz Schmerzen weiter mach, wenn man Hunger unterdrücken kann.

Vielleicht haben Sie Lust bekommen, einmal eine Gründeliste für Ihre berufliche Situation zu machen. (S. 176)
=> Und wie ich das habe! Ich wünsche mir eine eigene Praxis und fühle mich irgendwie gebremst. Klar, das "warum" habe ich ja nicht geklärt. Und das "was" auch nicht. Was genau will ich eigentlich? Und warum?

Motto-Inventur (S. 177)
=> Leicht wie eine Waldelfe, habe ich bisher fertig gekriegt. Was in meinem Leben passt zu diesem Motto nicht? Welche Kleidung, welche Menschen, welche Ratgeber-Bücher? Ich werde mich damit noch auseinander setzen.

Nicht okay ist es, wenn man versucht seiner Unzufriedenheit ohne wirkliches Nachdenken durch eine Veränderung der Körperform zu begegnen. (So ungefähr ist das der Sinn, wenn ich das richtig verstanden habe. S. 179)
=> Das habe ich jahrelang versucht. Ich habe gedacht, wenn ich erst abgenommen habe, dann werde ich glücklich sein. Ganz schön naiv.

... den Begriff Normalität für sich individuell zu definieren. Normalität ist ein riesiges Spektrum an Varianten (S. 180)
=> Gerade das habe ich ausgeblendet. Ich hatte eine sehr enge Vorstellung davon, was normal ist. Schlank und durch trainiert - das ist normal. Alles andere ist unnormal, Basta. Hm, wieder was zu ändern.

Wer kümmert sich um den Artenschutz der menschlichen Vielfalt? (S. 181)
=> Den Nagel auf den Kopf getroffen. Es gibt so viele, die so sein wollen, wie alle. Aber wer engagiert sich für die Vielfalt? Es gibt dicke Menschen und dünne Menschen, große und kleine - verschiedene eben. Und das ist gut so.

Freitag, 28. August 2015

Auszüge aus dem Buch von Maja Storch "Mein Ich-Gewicht"


Jede Absicht, die lange aufrechterhalten werden soll, muss sich irgendwann bewähren angesichts von Hindernissen, Durststrecken oder alternativen Verführungen (S. 103)
=> Goal-shielding = Zielabschirmung

Eine Zielabschirmung tritt dann auf, wenn das adaptive Unbewusste und der bewusste Verstand an einem Strang ziehen. (S. 103)
Das adaptive Unbewusste möchte Angenehmes bekommen und Unangenehmes vermeiden. (S. 105)
Ihre Absicht muss selbst gemacht sein. => Hausmacher Leberwurst schmeckt besser als Industriewurst und bei Omas Erdbeermarmelade weiß man, was drin steckt. (S. 115)

Kurzer Tagebucheintrag 29. August

Ich habe es getan. Ich habe mich gestern gewogen. 82 kg.

Und? Es ist nur eine Zahl. So ruhig nehme ich das, dass ich selbst erstaunt bin. Ich habe mich drauf gestellt und war bereit eine Zahl zwischen 78 und 83 zu sehen. Es war nicht um sich zu quälen, eher um das Gefühlte zu bestätigen. Ich hatte das Gefühl, dass ich zugenommen habe.

Der Bauch ist vorgewölbt, ein paar Speckfältchen auf den Seiten, die vorher nicht da waren. Das fühle ich, das nehme ich wahr. Und das ist für mich wichtig. Nicht die Zahl. Ich fühle mich schwerfällig, unbeweglich, steif in den Gelenken, mein Knie stöhnt - das alles fühle ich.

Und das ist für mich ein Fortschritt. Ich entwickle ein Körpergefühl, das keine Waage und keinen Spiegel braucht. Und ich habe vor allem nun eigene Gründe mit meinem Körper zu arbeiten.
Ich will beweglich sein. Und sich leicht wie eine Waldelfe fühlen. Ich will mein Knie entlasten und mich vom unnötigen Fett im Bauchraum und an den Oberschenkeln befreien.

Und wie geht es euch so? Was macht die Lust nach Sport und Bewegung?
Ich hatte heute richtig Lust auf Walken, aber der Impuls war noch nicht stark genug.

Kurzer Tagebucheintrag 25. August

Ich hatte heute zuerst Heidelbeeren satt, dann Hirse mit hausgemachtem Pesto und zum Dessert Wassermelone. Klingt alles sehr vernünftig und gesund. Habe ich es gegessen, weil ich auf Diät bin? Oder weil ich es muss? Oder weil es gesund ist? Nein, ich habe es gegessen, weil ich Lust drauf hatte. Und hatte ich nach dem Essen Lust auf Schokolade o.ä.? Kein bisschen, nicht die Spur. Bin satt und zufrieden.
Intuitiv essen funktioniert, wie man sieht. Und wenn ich so weiter mache, funktioniert intuitiv abnehmen auch noch.

Kurzer Tagebucheintrag 27. August

Emotionales Essen. Großes Thema. Habe heute in der Früh einen sehr intensiven Text geschrieben, mal so richtig alle Gefühle zugelassen. Und dann habe ich mir eine Mohnschnecke gekauft und sie mit größtem Vergnügen verspeist.
ABER der Unterschied zu früher ist: Ich habe es bewusst gemacht. Mir war klar, ich brauche gerade Trost, habe keine Lust jemanden anzurufen, schreiben will ich auch nicht (habe so viel geschrieben), bin entkräftet, habe also keine Kraft irgendwie anders mich umzupolen und brauche was um hoch zu kommen. UND ich habe keine Schuldgefühle.
Ich gestehe: Ich brauche diese Krücke noch und ich bin sehr froh sie zu haben.
Das ist für mich auch intuitives Essen. Sich fragen, was man wirklich braucht und es sich gönnen. Habe ich nicht mal irgendwo gelesen, dass Mohn stimmungsaufhellend wirkt? Ich hatte keine Lust auf Plunder oder sonstiges Backwerk. Nur diese Mohnschnecke.
Früher hätte ich weiter gegessen. Wenn ich eh schon was Verbotenes esse, dann kann ich ja gleich weiter essen. Schokolade, Kekse, pappsüßer Milchkaffee und der Gang zur Toilette.
Heute nicht. Ich denke, es ist okay, sich manchmal mit Essen zu trösten. Davon werde ich weder fett noch ungesund. Denn zum Frühstück hatte ich einen Smoothie, Vollkorn-Toast und zum Abendessen habe ich TK-Gemüse gekauft. Es ist in Ordnung so. Und ich finde es schön, dass sich meine Einstellung so geändert hat.

Montag, 17. August 2015

Übungen für Muskelaufbau gefühlt

Hey-ho, hey-ho - ich bin die größte, ich habe es gemacht! Ich habe meine Aufzeichnungen durch geschaut, was ich so für Übungen früher gemacht habe und dann ausprobiert. Mit einem Blick auf die Uhr. Ich berichte.

1. Es waren einige Übungen dabei, die für bestimmte Körperteile einfach unangenehm sind. So hat sich mehrmals das Steißbein gemeldet und die Kniegelenke mochten den harten Boden auch nicht. Diese Übungen wurden abgebrochen und gar nicht erst näher betrachtet. Bei den Liegestützen aus dem Kniestand werde ich mir ein Kissen drunter legen, weil sich die Übung einfach so gut anfühlt.

2. Passende Musik zu finden war nicht einfach. Beat-boombastik wollte ich nicht, habe mich dann für meine Lieblings-Songs entschieden und fest gestellt, dass ich entweder die Songs anhöre oder trainiere. Habe dann zu meditativem Sound gewechselt und siehe da, die Achtsamkeit war auf 100. Na gut, auf 80, mein Hund hat mich immer wieder versucht abzulecken. Wenn Frauchen schon auf dem Boden liegt...

3. Wenn ich eine Übung zehn Mal wiederhole und dann nach einer kurzen Pause noch zehn Wiederholungen mache, dann brauche ich dafür max. eine Minute. War selbst erstaunt. Nur eine Minute, eine einzige Minute.

4. Daraus folgt die zweite erstaunliche Erkenntnis: Fünf Körperbereiche, je zwei Übungen = 10 Minuten. Das schaffe ich echt locker zwei Mal pro Woche. Ist nicht viel. Und es hat auch gut getan den Körper zu fühlen. Und auch wenn ich damit keinen super durch trainierten Körper bekomme, so fühle ich mich damit wesentlich besser. Ich werde auch beobachten, wie sich der Körper verändert, wenn man so achtsam an den Muskelaufbau ran geht.

5. Und natürlich sage ich euch welche Körperbereiche ich so trainiere.
- Beckenboden
Denkt jetzt bloss nicht an irgendwelche vaginalen Curiositäten, simple as possible, vom Gymnastikball aufstehen, sehr bedacht, so dass er nicht weg rollt. Einfach? Probiert das mal aus! Und noch eine Übung aus dem Kurs.

- Oberarme und Schultern
Mehr Trizeps als Bizeps, also die untere Seite, damit der Oberarm nicht mehr schwabbelt und schön straff wird, vom Bizeps habe ich eh schon genug, finde ich und mein Mann auch. Und das Schultergelenk knackst jedes Mal, das hätte ich gerne etwas lockerer.

- Beine
Besser gesagt Oberschenkelinnenseiten. Waden sind gut, brauchen nicht extra trainiert werden, die Oberschenkel vorne werden beim Beckenboden mit trainiert und somit bleibt nur die Innenseite, mit der ich unzufrieden bin. Es könnte mehr Form hin und auch mehr Kraft. Für Reitübungen ausserhalb der Reithalle )))

- Gesäßmuskulatur
Ich sage extra nicht Po, weil mich das zu sehr an die Bauch-Beine-Po-Stunden im Fitness-Studio erinnert. Ich kann nicht mehr, flehne ich. Kommt schon, noch ein bisschen, ruft es von vorne. Und der Muskelkater am nächsten Tag, Gott bewahre, das war immer der Horror. Also für meine weichste Stelle habe ich auch zwei Übungen gefunden, die mir gefallen.

- Bäuchilein
Wie hat die Leiterin im Beckenbodenkurs gegen Sit-Ups bei Frauen geschimpft! Oh, sie war wunderbar. Massaker sagte sie dazu. Und wer wirklich in den Bauch rein fühlt, wird das auch bestätigen. Frauen sind nicht für Sit-Ups geschaffen. Ein Frauenkörper ist zum Gebären geschaffen. Bitte liebe Feministinnen, schlagt mich nicht, aber ein Frauenkörper ist anders als ein Männerkörper. Und was dem einen gut tut, ist für den anderen einfach nur schädlich. Schwacher Beckenboden führt zu Blasenschwäche. Und wenn ich ehrlich sein soll, wenn ich mich zwischen Inkontinenz mit einem Sixpack und einem weichen Bauch mit einer starken Blase entscheiden soll, so nehme ich das zweite.
Für Frauen gibt es andere Übungen. Auf dem Rücken liegend die Beinchen senkrecht hoch und dann gaanz langsam Richtung Boden senken. Ich schaffe bisher nur fünf Wiederholungen, dann Pause und nochmal fünf.

Das ist die Ausgangsposition. Und was glaubt ihr, woher ich diese Übung kenne? Yoga ))) Auch die Beckenbodentrainerin hat uns diese Übung ans Herz gelegt. Und wenn man in dieser Position ein Bein nach oben zieht, so trainiert man die seitlichen Bauchmuskeln auch ganz sanft.

http://www.vrindavan.org/German/kurs/yogabilder/viitrakarani1.JPG
Foto ist von hier: vrindavan.org

Na? Lust auf Nachmachen? 10 Minuten ist nicht viel! Ich werde morgen früh statt Yoga mal mein Krafttraining ausprobieren. Wenn ich Lust darauf habe, versteht sich. 

Kapitel 13 aus "Intuitiv abnehmen" von Resch und Tribole

Ich habe mir die Notizen raus geschrieben und brav weiter gelesen. Heute habe ich gesehen, dass da noch was in den Entwürfen liegt. Na, dann wollen wir mal schauen, was mir so in diesem Kapitel ins Auge gesprungen ist. 
 
Wenn Sie ein Sportprogramm gleichzeitig mit einer Diät beginnen, ist Ihre Energiezufuhr wahrscheinlich zu niedrig für körperliche Leistung. Ohne genügend Energie ist Sport nicht belebend und macht keinen Spaß, wird zur Pflicht und puren Plackerei. (S. 244)
Oh, ja, das tut gut das zu lesen! Warum hat mir das bisher kein Fitness-Trainer gesagt? Ich habe meinen Körper unterernährt und dann noch Sport gemacht. Weil ich eben gemeint habe: Anders nimmst du nicht ab. Ich habe ein für alle Mal eingebläut bekommen: Man muss mehr verbrauchen, als man zu sich nimmt, damit die Pfunde purzeln. Eigentlich hätte ich dann von meinem normalen Bedarf ausgehen müssen, aber ich hatte diese doofe Faustregel im Kopf: 10 Tage lang 1000 kcal weniger  = 1 kg weniger. Es mzussten 1000 weniger sein. 1000! Was habe ich mir für Drück gemacht...

Bei einem Defizit an Kohlenhydraten wird der Körper bei Belastung das Eiweiß der Muskeln abbauen. (S. 244)
Na, wunderbar. Da strampelt man sich Muskeln am Po und hat dafür weniger Muskeln an einer anderen Stelle. Das ist ja so, wie wenn ich eine Burg aus Bausteinen baue und um oben ein Steinchen hin zu legen, unten eins raus ziehe. Das stürzt doch ab! Genauso wie mein ganzes System. Wenn ich zu wenig esse und trainiere, da streikt mein Körper irgendwann gerechterweise. Und ich habe das als Willensschwäche angesehen.

Sich Vorwürfe zu machen, dass man keinen Sport während einer Diät gemacht hat, ist als würde man sich schuldig fühlen, weil man ein Auto mit leerem Tank nicht fahren kann. (S. 246)
Wie oft habe ich meinen Körper schlimmer als mein Auto behandelt? Wie oft? Tausend Mal? Hundert Tausend? Ich habe nicht mit gezählt. Aber ich weiß eins: Wenn ich in den Tank Wasser statt Benzin rein tue, dann fährt das Auto nicht. Und mein Körper? Er sagt: Gib mir Eiweiß. Und ich stopfe ihm Salat rein. Er macht aber trotzdem weiter. Wie klug ist das denn? Wie ausgeklügelt und göttlich? Kennt ihr eine andere Maschine, die das kann? Einen Mixer, der ohne Strom läuft? Oder einen Holzfen, der von Luft heiss wird? Und dann, ja dann fühlen wir uns auch noch schuldig. Wie krank ist das denn? Ich tanke nicht, Auto fährt halbwegs gut und ich mache mich zur Schnecke, dass es nur halbwegs läuft.

Sich darauf konzentrieren, wie sich Bewegung anfühlt, anstatt zu rechnen, wie viel man verbrannt hat. (S. 247)Oder wie gut diese eine Übugn diesen einen Muskel aufbaut. Habe ich im Fitness-Studio jemals in meinen Körper rein gefühlt? Habe ich mir überlegt, ob es gut für ihn ist? Und als ich dann mal die Entdeckung gemacht habe, dass man mit meditativer Musik anders trainiert als mit lauten Hits (Boom-Boom, Herz schlägt schneller, der Puls rast, auf geht's!), da hat dann die Trainerin gesagt: So ein Training bringt nix. Bringt wem nix, frage ich mich nun. 

Die Gründe für Sport auf S. 250 liessen mich absolut kalt. Mein einziger Grund sollte sein: Mir tut es gut und mein Körper wird geformt. Ich selbst könnte so viele Gründe aufführen, dass einem schlecht wird. Ich möchte aber keine fremden Gründe mehr. Ich möchte nicht wissen, dass man mit weniger Gewicht die Gelenke schont. Ich möchte es fühlen, wahr nehmen, es selbst erleben. Und dann lese ich bei Maja Storch, dass auch nur so eine echte Intuition entsteht.

„Lohnt-sich-nicht“-Falle (S. 250)
Wenigstens eine Stunde, darunter zählt es nicht. Oh, wie gut kenne ich das! Dabei ist die Rechnung im Buch ganz logisch. Wenn ich jeden Tag auch nur 10 Minuten mehr gehe, dann sind es pro Woche schon mal eine Stunde (wenn ich am Wochenende keine Lust habe))). Eine Stunde in der Woche bedeutet vier Stunden im Monat. Im Jahr hätten wir dann 48 Stunden mehr Bewegung. Es summiert sich einfach. Und dass man dabei unbedingt schwitzen soll, ja das habe ich wieder von einem Arzt, den ich gefragt habe, wie man am besten abnimmt. "Schwitzen Sie jeden Tag mal richtig durch." Netter Ratschlag, aber bei mir hat es eben dazu getragen, dass wenn es keine ganze Stunde ist und ich dabei nicht ins Schwitzen gekommen bin, dann ist es umsonst und lohnt sich also gar nicht.

Man braucht nur dreißig Minuten Bewegung am Tag anzusammeln, es müssen keine zusammenhängende halbe Stunde sein. (S. 254)
Laut einer Studie bringt es genau so viel, wenn man drei Mal zehn Minuten was macht. 3 x 10 Min. Ich muss das erst verdauen. Ich bin ja immer davon ausgegangen, es muss eben zusammenhängend sein. ES MUSS! Und da lese ich, es ist auch okay, wenn man immer wieder was macht. 10 Min. Wäsche aufhängen, 10 Min. Staubsaugen, 10 Min. Gartenarbeit, 10 Min. mit dem Hund spazieren, 10 Min. Morgengymnastik. Hey, ich bin tatsächlich schon sportlich! 

Sogar zwei Minuten sportliche Übungen täglich verändern Schulter- und Nackenschmerzen signifikant (S. 254)
Laut einer Studie! 2 Min. sind 120 Sekunden. Ich muss nicht stundenlang irgendwelche Übungen machen. Es reichen auch zwei klägliche Minuten. Mich hat diese Feststellung aus den Socken gehauen. Einfach unglaublich. Dann hatte mein Physiotherapeut also Recht, als er mir Übungen mit nach Hause gegeben hat. Ich dachte immer, ach, was soll das schon bringen, dieses bisschen Dehnen und Strecken und Mobilisieren. Werde nun öfter was für meinen Nacken tun.

Humanenergie (S. 255)
Es wird empfohlen mehr Humanenergie zu verwenden. Handrasenmäher statt Elektromäher, Fahrrad statt Auto usw. Und da merke ich auch: Ich mache eh schon sehr viel. Fahre mit dem Fahrrad zum Einkaufen, gehe viel zu Fuß, mit dem Hund geh ich auch jeden Tag Gassi, mache viel im Garten etc, etc, etc. Mal wieder habe ich meine Planke so hoch geschraubt, dass ich mich mies fühlen konnte. Ich mache schon Sport, nur eben keine Kniebeugen und keine Sit-Ups. Ich kräftige meinen Körper durch Unkrautjäten (wer es in der Hocke gemacht hat, der weiß, wie sehr da der Po arbeitet) oder durch Umgraben oder Rechen. Mein Gewissen ist nun fast rein, wenn da nicht die nächste Empfehlung wäre...

Empfehlung auf S. 259:
- Krafttraining zweimal wöchentlich= ein Durchgang von 8-10 Übungen für jede größere Muskelgruppe je 8-10 Mal wiederholt
- Stretching 2-3 Mal die Woche
Will das „min.“ gar nicht hören. Bin da richtig allergisch drauf, habe es weg gelassen. Im Buch steht tatsächlich "min. 8-10 Übungen". Oh, das lasse ich mir aber nicht bieten! Irgendwas in mir sagt, red du nur, du Vorschrift, auf dich höre ich gar nicht. Also so eine Art Rebellion. 

Optimal wäre dem Buch nach also:
- 2 x Woche üben (Wochentage finden)
- 10 Übungen je 10 x wiederholt (Lieblingsübungen raus sortieren)

Wie wäre es mit Training am Morgen?
Mo – Dehnen
Di – Muskeltraining
Mi - Dehnen
Do – Muskeln
Fr – Dehnen
Sa – Walken und Joggen
So – RELAX = nix tun

Nein!!! Mein Unterbewusstes wehrt sich dermassen gegen jegliche Pläne. Dann muss ich ja wieder, auch wenn ich keine Lust habe. Nee, da muss ich eine andere Lösung suchen. Oder muss ich mich vielleicht von der Lösung finden lassen. Aber wenn ich einfach sage: Krafttraining mach ich eh schon genug im Garten, dann bleibt der Bauch schwabbelig und die Oberschenkel voller Cellulitis. Einerseits wäre es gut, wenn ich es machen würde, andererseits will ich einfach  nicht. Nein, nein und nochmal nein. Ich will nicht. Warum, weiss ich gerade nicht. Aber "i mog ned", wie der Bayer bei uns sagen würde.  

Ich werde heute aber noch meine Lieblingsübungen raus suchen, also die, die ich wirklich gerne mache. Und dafür werde ich bei jeder Übung schön rein fühlen. Außerdem werde ich versuchen eine gute Absicht zu schaffen, also eine, die nicht irgendwie negativ behaftet ist und der ich ohne Zwang folge. Dafür werde ich heute auf die Uhr sehen und aufschreiben, wie viel Zeit ich für je 10 Wiederholungen einer Übung brauche. Weil bisher die größte Ausrede eigentlich der Zeitmangel ist. "Es dauert wieder so ewig!" - motzt mein Unterbewusstes. 
Knapp 90 Seiten noch, dann bin ich mit dem Buch fertig, puh! So intensiv habe ich wohl noch kein Buch durch gearbeitet. Abgesehen von "Mein Ich-Gewicht", aber da läuft vieles auf "Ach so ist das!" hinaus. Erkenntnisse sammeln und dann verstehen, warum etwas so läuft und nicht anders.