Freitag, 14. August 2015

Creme brulee zum Frühstück

Zum Frühstück gab es grünen Smoothie mit frischen Kräutern von Feld und Garten. Danach hatte ich keine Lust auf Brötchen, sondern auf körnigen Frischkäse mit Honig und Creme Fraiche. Schon spannend, was passiert, wenn man den lange kaut.

Dann hat mich die Prinzregententorte von gestern angelacht, aber bei näherem Fühlen (nicht denken, nicht überlegen, fühlen!) stellte ich fest, dass mir das zu fett in der Früh wäre. Mein Körper hat mir so eine Art Vorgeschmack auf eine Übelkeit geschickt. Aber süß sollte es sein, da habe ich ein süßes Röllchen mit Creme Brule gegessen. Dafür habe ich so lange gebraucht, wie mein Mann für sein Butterbrot. Und ich war damit satt und zufrieden!

Und ich habe keine Schuldgefühle oder sonstigen negativen Gefühle. Nur der Magen sagt: die Hälfte vom Röllchen hätte auch gereicht. War wohl doch etwas zu süß  in der Früh.

Kurzer Tagebucheintrag 14. August 2015

Drei Sachen hätte ich heute.

1. Nach dem Frühstück war ich irgendwie unzufrieden. Satt aber unzufrieden. Keine zwei Stunden später wollte ich noch irgendein Milchprodukt. Das Bild war eindeutig. Es solche eiweißhaltig sein. Wahrscheinlich hätten drei-vier Mandeln gereicht, aber ich habe mir süßen Quark so lange verboten, dass ich dazu gegriffen habe. Ich meine, das mit den Mandeln hab ich auch im Nachhinein verstanden, aber ich habe es immerhin verstanden. Und der Quark mit Heidelbeeren und Mandelstückchen war wirklich sehr lecker. Ich komme mit intuitiv essen also gut voran. Auf den Hunger aufmerksam geworden, auf den Körper gehört, keine Schuldgefühle.

2. Mittags hatte ich partout keine Lust auf Kohlrabi. Ich liebe ihn, ich mag den frischen Geschmack und die saftige Textur, aber heute habe ich zwei Scheiben lustlos gekaut. Grund war, ich hatte Lust auf was weiches und anschmiegsames. Es gab Gemüse-Lasagne und die hat mir super geschmeckt. War auch mit einer kleinen Portion dank langem Kauen echt zufrieden.
Fazit: Wenn mein Körper es gerade nicht will, zwinge ich mich auch nicht dazu. Super Fortschritt. Und ich kann dem Körper immer mehr vertrauen. Du willst Lasagne? Hier bitte.

3. Heute haben wir den Geburtstag von meinem Mann gefeiert und ich bin sehr zufrieden mit mir. Ich habe mir ganz wenig Stress gemacht, wirklich nur die halbe Stunde bei den letzten Vorbereitungen und beim Tisch decken, der Rest war in Liebe und locker-lässig-entspannt. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass ich dann überhaupt nicht zu viel gegessen habe. Ich hatte Lust auf Kroketten und habe welche gegessen, mit Rahmsauce war echt gut. Und ich hatte ein Flügelchen vom Brathänchen gegessen, ganz lange gekaut, gute Reaktion vom Körper. Salat war da, aber der hat mich nicht angesprochen. Und ein kleines Stück Torte habe ich gegessen. Das tollste daran ist: Ich habe mich nicht begrenzt, ich hatte einfach keine Lust mehr zu essen. So langsam glaube ich daran, dass man mit inruitiver Ernährung auch abnehmen kann.

Donnerstag, 13. August 2015

Übung aus dem Buch von Maja Storch (Mein Ich-Gewicht)

Ich hatte mich gerade richtig mit meiner Großen gezofft. Heute steht Läusenachbehandlung an, was ich auch erklärt habe. Manno, das ist echt nicht schlimm, Haare nass machen, Läuseschampoo drauf, einschäumen, 10 Minuten drauf lassen, abspülen, fertig. Sie hat aber so ein Theater daraus gemacht, die kleine Schwester soll zuerst. Na gut, sie hatte auch kein Problem damit, kam ins Bad und ließ sich einseifen.
Und dann rufe ich die Große und sie hört partout nicht. Da hab ich gesagt, ich zähle gleich bis 10, wenn sie nicht kommt, dann soll sie sich selbst behandeln. Und als ich bei vier war, kam sie plärrend ins Bad, ich soll nicht zählen. Sie war echt laut und da ist mir der Geduldsfaden auch geplatzt. Ich habe zurück geschrieen.
Nun ist das Schampoo drauf und ich auf 180. So eine Eisschokolade würde jetzt gut tun, oh ja. Oder ein Schokopudding. Oder... Nein, ich habe gerade richtig gut gegessen. Es passt einfach nix rein. Ich bin heilfroh, dass ich meine Gefühle mit Schreiben bewältigt habe. 

So habe ich auch die Kraft gefunden mich weiter mit den Aufgaben von Maja Storch zu beschäftigen. Ich sollte also mir überlegen, warum ich denn überhaupt mein Gewicht reduzieren möchte. Als nächstes soll man anhand von einem Arbeitsblatt raus finden, ob es eine fremde Absicht oder die eigene ist.

Meine Gründe für 77 kg (und ob es fremd oder eigen ist):
- Erniedrigungen vermeiden (eindeutig fremd, wäre nicht da, wenn es nicht in wäre schlank zu sein, Erniedrigungen lassen sich nicht vermeiden, wenn nicht wegen Gewicht, dann wegen was anderem)
- Ich habe es geschafft (Gewichtsabnahme zum Erfolgserlebnis gemacht, doof, gibt genug andere Ziele zu Erreichen)
- Kann kurze Röcke und Shorts tragen (Röcke trage ich eh schon über dem Knie, Shorts? Will ich die wirklich? Ich trage doch eh derzeit lieber Kleider. Aber eindeutig fremd, denn wenn es in unserer Gesellschaft okay wäre, dass auch mollige Frauen Hotpants tragen, dann würde ich mich doch da nicht fertig machen.)
- Muss mir um Essen keine Gedanken machen (irgendwie mein Grund, wäre schön, wenn ich das Thema Essstörung endlich behoben hätte, einfach das essen, worauf ich Lust habe und happy sein)
- Mag mich selbst mehr (Ha-ha! Das ist doch echt Quatsch! Ich habe so oft abgenommen und mich dabei doch nicht mehr gemocht. Es funktioniert nur anders rum, erst sich mögen, dann evtl. abnehmen)
- Kann mich modisch kleiden (Jeggings, Leggings, Hotpants etc. - Will ich das wirklich? Fremdwunsch. Hotpants sind zu sexy, Jeggings sind zu eng, muss mal Anprobe machen mit Longshirt oder Longtop.)
Und dann habe ich noch was gefunden, das eindeutig meins ist:
* Meine Knie schmerzen mit mehr Gewicht, mehr Belastung
* Speckfalten am Bauch nerven beim Sitzen
* Speckfalten auf der Taille stören beim liegen

Und dann habe ich auch Gründe für mehr Sport gesucht: (F = fremd, M = meins)
- das ist trendy, sportlich sein ist in -F
- strafferer Körper, mehr Muskeln -F (wäre das nicht trendy, würde ich es nicht wollen)
- Gewichtsreduktion -F
- Ausdauer wird besser -M
- werde dehnbarer -M
- Sport ist gut für den Körper -M

So, und nun geht es darum aus den eigenen Gründen eine positive Intention zu formen. Also nicht: Meine Knie schmerzen. Sondern: Meinen Knien geht es mit 77 kg gut. Komparative soll man nach Angaben von Maja Storch auch meiden. Also nicht "besser", sondern "gut". Na dann wollen wir mal:

Meinen Knien geht es mit 77 kg gut, mein Bauch ist straff, meine Taillie ist rank. Ich kann essen, was ich will. 


Wollte zuerst den Bauch als flach bezeichnen, aber das ist für mich irgendwie negativ. Keine Ahnung wieso. Vielleicht liegt es an dem einen Jungen in meiner Schule, der Flach hieß und gehänselt wurde oder vielleicht ist es auch, dass ich gar keinen absolut flachen Bauch haben will. Muskulös geht auch nicht, weil es zu anstrengend klingt. Ich muss da wohl viel machen, viel trainieren. 

Ist der Wunsch autonom? Unabhängig von den anderen? Ja, ist er. Den letzten Check werde ich machen, wenn ich das Kapitel fertig gelesen habe. 

Nun will ich mal sehen wie mein Unterbewußtsein auf die Absicht jeden Morgen ein wenig Sport zu machen reagiert.

Montag dehnen

Dienstag Muskelaufbau
Mittwoch dehnen
Donnerstag Muskelaufbau
Freitag dehnen
Samstag joggen und walken
Sonntag Ruhe

Ha-ha! Mein Unterbewußtes sagt eindeutig "Nö". "Du kannst mir viel von deinen Plänen erzählen, ich hab keinen Bock drauf". Woran liegt das? Es ist zu streng. Dieser Plan ist zu ernst, kein Wandel möglich. Montag dies, Dienstag das usw. Was nun? Keine Ahnung. Wie war das nochmal mit den Gründen? Ausdauer wird besser, werde dehnbarer, Sport ist gut für den Körper. Okday, das ändern wir mal auf:

Gute Ausdauer, dehnbarer Körper, Sport ist gut für den Körper.

Der Anfang fühlt sich gut an. Das Ende ist glitschig. Sport tut mir gut? Oh, das ist schon besser. Dann heißt es:

Sport tut meinem Körper gut. Ich habe dank Sport eine gute Ausdauer und einen dehnbaren Körper. 

Und wo ist hier die Absicht? 

Ich mache Sport, weil Sport meinem Körper gut tut. Ich mache Sport, weil ich dank Sport eine gute Ausdauer und einen dehnbaren Körper.

Fühlt sich gut an. Beim Gewicht reduzieren muss ich noch passende Worte suchen. Allein das Wort "Kilogramm" löst bei mir einen Schauer aus. Ich kann also nicht einfach sagen "Ich möchte ... kg wiegen", weil auch das Wort wiegen negativ belastet ist. Ich möchte 77 kg leicht sein? IOkay, versuchen wir es:
Ich möchte 77 kg leicht sein, weil es meinen Knien mit 77 kg gut geht, mein Bauch straff ist, meine Taillie rank ist. Ich kann essen, was ich will. 

Gottchen, ich komme da nicht hin. Heute nicht. Vielleicht ist es, weil ich mehr Gründe gefunden habe? Knie, Bauch, Taillie, leichter Umgang mit Essen. Vielleicht sollte ich es auch so lassen? Ohne "ich will" und "ich möchte"? Ich lasse es am besten so hier stehen, mal sehen, was sich noch so ändert, wenn ich beim Buch weiter komme. 

Samstag, 8. August 2015

Kapitel 12 aus "Intuitiv abnehmen" von Resch und Tribole

Im 12. Kapitel geht es um Respekt gegenüber dem eigenen Körper. Das passt prima, weil ich gerade im anderen Buch ("Mein Ich-Gewicht") auch beim selben Thema bin.

Daher ist es auch möglich, dass man Muskeln unterhalb von Fettschichten aufbaut - aber das ist wohl nicht die Vorstellung von Körperformung, die die meisten im Kopf haben (S. 225)
Aha, wieder was dazu gelernt. Für mich ist das der Beweis dafür, dass es einfach gelogen ist, wenn ein durch trainierter Fitness-Leiter mir sugeriert: Du musst nur so viel strampeln wie ich und du wirst so aussehen wie ich. Quatsch! Vielleicht werde ich etwas straffer und schlanker, ABER ich werde nie im Leben bestimmen können wo das Fett schmelzen soll und wo nicht. Und das ist auch gut so. Mein Körper ist schliesslich intelligenter als ich )))

Auf der selben Seite wird über den Skandal in den 90ern beschrieben, als der Kleidungsgigant Guess das Model ANna Nicole Smith einstellte, weil sie "dick" war. Tatsächlich war ihr Gewicht in dem untersten Spektrum des Idealgewichts. Ich habe mal gegooglet.






Das ist dick? Ich glaub ich spinn! Wenn das dick ist, wie muss sich dann der Durchschnitt fühlen? Ich meine nicht mal mich mit leichtem Übergewicht. Ich meine die schlankeren unter uns. Geht's noch?

Wenn sie es können, kannst du es auch (S. 226)
Genau das soll einem eingetrichtert werden, wenn man die Stars und Sternchen ansieht. Dass sie womöglich keine Kinder haben, dafür einen Personal-Trainer und einen Koch, der ihnen täglich Diät-Speisen zubereitet. UND gaaanz viel Zeit. Verdammt, ich bin selber freiberuflich, wenn ich pro Stunde auch 300-500 Euro verdienen würde, wie viele weniger müsste ich arbeiten als jetzt? Ich hätte eindeutig mehr Zeit und ich hätte einen eigenen Swimming-Pool. Und dann würde ich täglich zu Massagen, Beauty-Prozeduren u.ä. gehen. Nein, wenn sie es können, dann muss ich es nicht auch können.

... Befürchtung, dass das Annehmen ihrer momentanen Körpergröße bedeutet, dass sich nichts verändert, dass sie aufgeben und sogar noch dicker werden (S. 227)
Hat die Autorin hier heimlich in meine Vergangenheit geguckt? Jaa! Genau das habe ich gedacht. Wenn ich das annehme, was ich habe, dann tue ich doch nix mehr dagegen. Richtig, ich kämpfe nicht mehr gegen etwas sondern für etwas. Grosser Unterschied. Und mit richtigem Kämpfen hat das wenig zu tun. Es ist eher der Weg eines friedlichen Kriegers. Ich lenke vorsichtig in eine andere Richtung. Vorsichtig! Wenn so ein Schnellzug auf einmal umkehren muss, dann entgleist er. Also die Schienen umstellen und eine grosse Kurve fahren.

Fokus auf die Gesundheit anstatt auf das Gewicht, Betonung auf gesundem Leben und Verhalten statt Konzentrieren auf Zahlen (S. 228)
Oh, das fühlt sich gut an. Neu und doch gut. Vernünftig klingt das. Was bringt es mir, wenn ich sagen wir mal 73 kg wiege und dabei krank bin? Auch wenn es dabei nur "krank im Kopf" ist. Damit meine ich durchaus auch eine Essstörung. Und wenn ich mich von Reiswaffeln und Wasser ernähren muss, damit ich so wenig wiege, dann ist es für mich krank. Und wenn ich mich so ernähre, dann habe ich sicherlich keine Kraft für Sport und ich bin unterernährt. Vitamin- und Mineralstoffmangel schädigen meinen Körper dauerhaft.

Ihren Körper zu respektieren heisst, ihn würdig zu behandeln und seine Grundbedürfnisse zu befriedigen (S. 229)
Schöne Definition. Würdig behandeln heisst auch nicht schimpfen oder an ihm rum nörgeln. Ich meine, würde ich zu einem Freund auch nur einen Teil dessen sagen, was ich zu mir sage, wenn ich mich im Spiegel sehe? "Boah, diese Oberschenkel! Die sehen ja fürchterlich aus!" Kann sich das einer von euch vorstellen? Und wie lange wäre dieser Freund noch mein Freund, wenn ich ihm solche Sachen ins Gesicht sagen würde?

Grundbedürfnisse befriedigen heisst bei meinem Hund:
- Futter bereit stellen (und zwar soviel der Hund braucht, ich käme nie auf die Idee der Packungsanweisung nicht zu folgen und dem Hund weniger zu fressen geben, als angegeben).
- spazieren führen (frische Luft und Bewegung)
- mit ihm spielen (für Stimulanz sorgen,  sich mit dem Hund beschäftigen)
- sein Fell pflegen (er leckt sich ja auch manchmal selbst sauber, aber Malteser können sich selbst nicht kämen)

Daraus folgt für mich (bin ja nicht schlechter als mein Hund):
- das essen, was mein Körper braucht
- sich an der frischen Luft aufhalten (gerne auch bewegen)
- für genug Herausforderung im Leben sorgen, neue Projekte planen, spielen, viel Freude schaffen
- sich pflegen (sauber machen, bürsten, Peeling und Cremes etc.)

Machen Sie es Ihrem Körper bequem (S. 230)
Als ich das gelesen habe, da habe ich meine Intuition hoch gelobt. Egal wie toll etwas aussieht, wenn es zwickt oder drückt und andere unangenehme Gefühle bereitet - passt es nicht und wird nicht angezogen. Gnadenlos. Aber ich weiss noch genau, dass mit dem Beginn des intuitiven Essens mein Kleiderschrank angefangen hat zu wachsen bzw. sein Inhalt. Ich habe aufgehört auf die Schlankheit zu warten und habe da schon angefangen meine Garderobe mit schönen Sachen aufzufüllen.

Body-Check-Spiel (S. 231)
Oh, wie oft habe ich das früher gespielt. Mensch, die ist viel schlanker als ich und natürlich zieht sie alle Blicke auf sich. Dass das Gewicht nicht unbedingt was mit Ausstrahlung hat, habe ich erst später wahr nehmen können. Bei einer Party habe ich diesen Frühling Übergewichtige beobachtet. Es gab eindeutig welche, die sich mit ihrem Körper unwohl fühlen. Sei bewegen sich irgendwie gehemmt, heben die Augen kaum vom Boden ab. Dabei war eine junge Frau dabei, die war so apettitlich, so süß, so pummelig, einfach lecker. Und dann gibt es die, die sich so lieben, wie sie sind. Ich bin so wie ich bin und ich mag mich. Kennt ihr das? Und da waren Frauen dabei, die einiges "zuviel" hatten, aber die Männer, die würden für solche Frauen alles tun.

Ob ich es noch spiele? Selten. Wenn ich schlecht gelaunt bin oder ausgelaugt und müde. Ansonsten weiss ich nun: Es gibt schlanke unattraktive und pumelige süße. Ich sehe die Menschen und bin dankbar, wenn ich was Schönes sehe. Sie zeigen mir, wie man schön aussehen kann. Sie motivieren und inspirieren mich dazu.

Kein Kompromiss für einen besonderen Tag (S. 232)
Darauf bin ich noch Weihnachten 2014 rein gefallen, also erst letztes Jahr, als ich mich schon sehr intensiv mit intuitivem Essen beschäftigt habe. Ich habe einige Tage nur Saft getrunken und einige Kilo verloren, das Kleid hat aber kein bisschen besser gepasst als vorher. Fazit: Wozu die Quälerei? Wobei dieses Saftfasten eigentlich ganz gut vor dem Fest war, so habe ich meinem Körper eine Verschnaufpause vor dem grossen (Fr)Essen gegönnt.

Fat-Talk (S. 236)
Ich habe davon schon mal woanders gelesen und war erstaunt wie sehr uns das beeinflusst. Also wenn auch nur die Kollegen sich am Tisch nebenan über eine "dicke" Frau auslassen oder über "fettes" Essen lästern oder sich über Fettpölsterchen beschweren, dann bin ich eher dazu geneigt eine Diät zu machen. Was lernen wir daraus? Nicht hinhören, wenn es geht. Wenn Mut vorhanden ist, einschreiten. Und ansonsten einen grossen Bogen darum machen. Und schon gar nicht mitreden, auf gar keinen Fall.

Wunschgewicht im Kopf (S. 240)
Yeap, hab ich. Und dann lese ich aber: Wenn Sie dieses Gewicht zu der Zeit hatten, als Sie eine Diät gehalten haben, dann ist es wahrscheinlich nicht Ihr gesundes Normalgewicht. Ja, es ist wirklich schwer sich von der Illusion zu trennen, aber wie es weiter im Buch so schön heisst, kostet sie mich einen hohen Preis. Energie, Zeit, emotionale Investition. Oh ja, wenn ich das alles woanders rein stecke, da könnte schon was anderes raus kommen.

Für ihr Idealgewicht würden 30 Prozent der Frauen min. 1 Jahr ihres Lebens eintauschen (S. 242)
Was? Echt? 30 Prozent nur? Und ein ganzes Jahr? Bin echt erstaunt. Und doch war ich auch nicht anders. Wenn man überlegt, wie viel Zeit ich ins "Schlank-Werden" rein gesteckt habe. Das ist mehr als ein Jahr, sicher!


Freitag, 7. August 2015

Zitate und Auszüge aus dem Buch "Mein Ich-Gewicht"


Schuldgefühle beruhen auf der Vorstellung, dass Willenskraft darin besteht, einen einmal gefassten Vorsatz gegen konkurrierende Handlungsimpulse durchzusetzen, auch wenn es schwierig ist. (S. 23)

Selbstregulierende Willenskraft hat drei Vorteile:
- Sie vermindert Schuldgefühle
- Sie kommt ohne innere Instanzen wie Schweinehunde oder willensschwaches Fleisch aus
- Sie ermöglicht das Gefühl der Urheberschaft
Somit hat man ein klares Konzept davon, wie die eigenen Handlungen zustande kommen und kann planen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um die Handlungen mit den Wünschen zu koordinieren. (S.24)

Selbstregulierende Willenskraft ist es, wenn es mir gelingt, die Vielfalt meiner Handlungsimpulse so zu koordinieren, dass ich ohne Zwang (auf mich oder psychische Teile meiner selbst) in der Lage bin, die Handlung auszuführen, die ich mir vorgenommen habe. (S. 24)

Menschen mit selbstregulierender Willenskraft fühlen sich im Einklang mit sich selbst. Diese Art von Willenskraft hat was mit Treue zu sich selbst, mit Gefühl für den eigenen Kern und der Fähigkeit, authentisch und frei zu handeln. (S. 25)

Während der Verstand die abstrakte Bedeutung des Vorsatzes bearbeitet, sucht das adaptive Unbewusste nach konkreten Sinneserfahrungen, Erinnerungen und Assoziationen. (S. 40-41.)

Body-Image wird gedacht, es wird vom bewussten Verstand erzeugt.
Body-Schema wird gefühlt, es wird von adaptiven Unbewussten erzeugt. (S. 73)

Selbstaufmerksamkeit = Self-Awareness => Menschen können mental aus sich heraus treten und sich selbst zum Objekt der eigenenen Beobachtung machen. („Was wohl die anderen denken?“)
Achtsamkeit = mindfulness => Bei Achtsamkeitsübungen versucht man das Beobachten zu unterlassen. Aufmerksamkeit bleibt im eigenen Körper. (S. 78)

Man kann sich Ideale aussuchen, die erreichbar sind und man kann sich Ideale aussuchen, die schwer oder gar nicht erreichbar sind. Stichwort in der Psychologie „Anspruchsniveau“. (S. 84)

Ein Menschenmodell wurde zur Norm erhoben, wie es die Welt bis dahin nur in Hungerzeiten gesehen hat. Aussage von Renz, 2006 (S. 85)

Was ist ein geeignetes Ideal für den eigenen Körper? Es ist etwas, das mehr mit dem Körper-Selbst als mit dem Körper-Bild zu tun hat. Es wird eher gefühlt als gedacht. (S.90)

Waagen gehören in die Obst- und Gemüseabteilung von Lebensmittelläden und nicht in die Badezimmer von Menschen. (S. 90)

Zum Bild eines idealen Körpers aus dem Buch von Maja Storch (Mein Ich-Gewicht)

Das Problem ist nicht, dass unser Schönheitsideal derzeit das ist, was früher ein Zeichen von Hungernot war. Und auch nicht dass nur wenige Prozent der Bevölkerung diesem Ideal entsprechen.
Das Problem ist, dass es hierbei um Betrug geht. Das, was wir im Fernsehen oder in Zeitschriften sehen ist entweder mit Photoshop bearbeitet worden oder war bei einem plastischen Chirurgen. Das gibt es also so gar nicht.
Frei aus dem Buch "Mein Ich-Gewicht" von Maja Storch

Nein, mir geht es nicht darum die Medien zu verändern. Und ja, bei Porträts wurde auch schon früher gemogelt. ABER nicht so extrem wie heute. Und wie oft haben die Menschen ein Porträt gesehen? Und dann waren es immer die Reichen, die eins hatten. Die Mehrheit wusste: das ist getrickst und das ist so was von weit oben von mir, dass ich gar nicht dahin streben will.

Es geht mir viel mehr drum, dass man sich diesen Betrug von außen klar macht. Das da ist nicht echt und so sollte i
ch auch nicht in die Richtung hin streben. Die Bilder im Internet und in den Zeitschriften sehen und sich klar sein, das ist mit Photoshop aufgebessert. Das nimmt den Druck raus. Das verändert mein Soll-Bild von mir selbst.


Eine FB-Freundin schrieb daraufhin: 
Sobald der Mensch in seiner Selbstliebe ist, wird er sich nicht mehr im Aussen, sprich an Idolen, orientieren. Sich und somit seinen Körper annehmen. Nur wer in der Selbstliebe steht strahlt und leuchtet von Innen heraus - da hilft kein Photoshop etc. Lernen wir uns lieben und wir werden vom Leben geliebt!

Ja, das stimmt! Aber um in der Selbstliebe anzukommen, muss ich lernen den inneren Kritiker stumm zu schalten. Und der ist direkt mit diesen Idolen verbunden. Wenn ich weiss, das womit sich da mein Kritiker vergleicht, ist nicht echt, dann nehme ich ihn weniger ernst. Mit ihm auf einer Wellenlänge zu kommunizieren. Ja, du meinst gerade, dass ich schlanker sein könnte, aber ist dir klar, dass dein Körperbild nicht realisierbar ist?


Dieser Denkanstoss, der hat echt gesessen. Mir ist klar geworden: ich habe eine Richtlatte gesetzt, nachdem ich mich umgeschaut habe. Leider habe ich dabei in die falsche Richtung geschaut. Mich an etwas gerichtet, was nicht existiert. Und im wahrsten Sinne des Wortes, war ich auch ein sehr scharfer Richter zu mir selbst. Ich habe mir selbst immer wieder eine Gerichtsverhandlung veranstaltet und mir selbst Urteile aufgehängt. "Willensschwach und dick" Strafe: strenge Diät oder Begrenzungen im Essen und viel Sport, wirklich viel Sport. Und wenn das nicht eingehalten wird, dann gibt es Schuldgefühle und Scham. 


Ich berichte später noch mehr aus dem Buch. Das ist total spannend. Das rosa Buch bleibt erstmal liegen.  Ich werde zuerst die unbewussten Gründe der Selbstsabotage aufdecken.

Montag, 3. August 2015

Arbeitsblatt 1 aus "Mein Ich-Gewicht" von Maja Storch


Ich lese immer mehrere Bücher neben einander, so schmöckere ich gerade im obigen Buch und auch in "SeelenGevögelt" von Veit Lindau und "Essen als Erzatz" von Geneen Roth. Da habe ich mir gedacht, wenn ich schon die Aufgaben erfülle, dann kann ich das auch gleich mit euch teilen. 

Auf dem ersten Arbeitsblatt heißt es: Frage dein Unterbewusstes, was es zu deinem Ziel sagt. Gute 10-20 Seiten davor sagt Maja Storch , man soll sich fallen lassen und sich vorstellen, was man sich wünschen würde, wenn eine Fee fragen würde. Gut, mein Verstand sagt: 73-75 kg mit intuitivem Essen. Das Gewicht soll ohne große Anstrengung zu erreichen sein und genau so leicht zu halten.

Da schweigt mein Unterbewusstes oder vielleicht höre ich es einfach nicht. Moment Mal, da kommt was hoch. Bei der Zahl 73 habe ich gleich so ein mulmiges Gefühl. Ich sehe mich mit 77 als Rohköstlerin, das Gesicht abgemagert und zermattert. Das war die Zeit der großen Ehekrise. Und ich erinnere mich an meinen "Erfolg", endlich 74 kg, ich bin heilfroh, dass die Stoffwechsel-Kur vorbei ist. Gespeichert habe ich die Schwächezustände, die absolute Kraftlosigkeit. Ich war am Abend noch nicht mal fähig den Kindern ein Buch vorzulesen. Diese Sternchen vor den Augen (ganz schwarz und viele-viele weiße Punkte) nach jedem Aufstehen, bei jeder auch nur ein bisschen zu hastigen Bewegung. Und die Sorge meiner Umgebung. Und das Wissen, dass ich das Gewicht nur mit den größten Einschränkungen halten kann. Eben keine Kohlenhydrate, nur ganz wenig, viel Eiweiß und bei Obst auch aufpassen.

Ich werde da mal ein neues Bild drauf legen. Ich wiege 73-75 kg, fühle mich topfit, gesund und ich esse was ich will. das heißt nicht, dass ich die ganze Zeit das esse, was mich nur anlacht. Ich bin achtsam und frage mich, ob ich es wirklich essen will. Ob mein Körper es gerade braucht. Wenn ja, dann gebe ich es ihm.  Wenn es emotional ist, dann schaue ich, wie ich das entsprechende Bedürfnis anders stillen kann. Das ist für mich intuitives Essen.

Als erstes kommt mir der Begriff Abnehmen in den Sinn. Damit verbinde ich zwei Sachen: Jemand möchte mir was abnehmen und das kann ich nicht wirklich leiden. Habe so ein Problem mit "mir helfen lassen". Und das zweite: Ich soll jemandem was abnehmen. Hey, ich bin schon gut ausgelastet, das reicht mir vollkommen aus. Wie soll ich noch jemandem was abnehmen? Ich verbinde mit dem Begriff also nur negative Emotionen.

Versuchen wir es mal mit "abspecken". Oh, was sehe ich da? Ich sehe da eine ganz hübsche, pummelige Frau, so ein wunderschönes Michelin-Männchen. Oder nein, wie Baymax, könnt ihr mir folgen? Und dann bläst man das Männchen ab. Uargh! Sieht einfach nur erbärmlich aus.

Gut, wie wäre es mit "Gewicht reduzieren"? Ups. Das ist wie ein Ladenhüter, reduziert, herabgesetzt, keiner will es haben, evtl. sogar minderwertig. Gewichtsreduktion ist da auch nicht anders. Reduktion? Das hört sich nach böser Mathematik an.

Okay, einen letzten habe ich noch: Gewicht verlieren. Wer verliert schon gerne was? Ich nicht. Und wenn ich es verloren habe, dann versuche ich es um alles in der Welt wieder zu finden. Das erklärt auch, warum ich nach jeder Abnahme wieder zugenommen habe.

Ich habe eine Idee, ich ersetze das Ziel mit dem Erreichten, ich tue mal so, als ob ich schon abgenommen hätte. Ich bin schlank. Mist, wieder ein Griff daneben. Entweder verbinde ich damit eine Schlange oder mit einem Gartenschauch (auf Russisch heißt es "schlang"). Schlangen sind nicht nett, ich sehe da eine Klapperschlange oder eine riesige Anaconda. Und mir graust es vor dem "schlang", weil ich da immer wieder an eine Freundin denken muss, die mir erzählt hat, dass ihre Mutter sie immer mit einem Stück Schlauch verprügelt hat, wenn sie zum Papa wollte.

Wie wäre es mit fit statt schlank. Leistungsdruck, muss viel leisten, muss viel dafür trainieren, wer nicht fit ist, scheidet aus. Und dann wäre da noch die geistige Fitness, vor meinem inneren Auge tanzen Tattergreise mit Alzheimer.  Fit scheidet also als Ziel aus. Ich liebe mich und da lege ich mir keine Tausend Liegestützen auf.

Mir geht so langsam die Puste aus. Attraktiv? Nee, das ist zu gefährlich. Sexbombe, geiles Luder, Mini-Rock und roter Lippenstift, Männerblicke anziehend. Das selbe gilt auch für gut aussehend. Zu viel Mühe, zu viele Aufwendungen, ständige Kosmetikanwendungen notwendig. Für mein Unterbewusstes ein Graus, nicht schmackhaft.

Es bleiben noch Fitness, Sport und Bewegung. Ich mach es schnell und schmerzlos.

Fitness => Fitness-Studio mit verschwitzten Machos und abnehmwütigen Frauen, ein durch trainierter Trainer, schlechtes Gewissen, Schuldgefühle wegen "falscher" Ernährung. Im ersten Studio hatte ich einen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, uns zu "trietzen" sprich zu ärgern und fertig zu machen. Im letzten war es so eine Art Wettbewerb: Wer nimmt am meisten ab. Die Gewinner wurden monatlich mit Foto auf der Pinnwand präsentiert. Die Luft ist stickig, ich fühle mich beobachtet, mein Körper wehrt sich gegen die zusätzlichen Kilos auf den Geräten. Die doofe Waage, die mir anzeigt "leichtes Übergewicht" und ja nochmal der Gestank. Nein, es ist nicht einfach die schlechte Luft, es ist ein Düftchen, das mich einfach anekelt. Aber zurück zu Fitness. Durchtrainiert, hart erarbeitet, perfekter Body, strenge Diät, Eiweiß-Shakes, doofes Laufband.

Sport => So hiess das Fach in der Schule, dass ich am wenigsten mochte. Ich war kräftiger als andere. Es war erniedrigend die schlechtesten Leistungen zu bringen. Freude an der Bewegung? Fehlanzeige. Einmal waren wir joggen mit der ganzen Klasse. Gott war das sch... Meine Ausdauer bei null, meine Puste längst ausgegangen, die Seite sticht, ich keuche hinterher, finde es nur noch blöd. Oder schwimmen. OMG. Alter Badeanzug, für einen neuen reichte zu dem Zeitpunkt das Geld nicht aus, ich soll drei Bahnen schwimmen. Ich kann mich über Wasser halten, schwimmen ist das eher nicht. Jazz Dance als Wahlfach, blödes Outfit, ich sehe, wie die anderen grinsen und auf mich mit dem Finger zeigen. Außerhalb der Schule? Danach? Man muss Sport treiben, wenn man abnehmen will. Sport und Abnehmen werden zu Synonymen.

Bewegung => Ein strenger Feldwebel schreit laut "BEWEGUNG! Macht, dass ihr vorwärts kommt, ihr Schwacheier." Nein, es ist nicht echt erlebt, aber dieses Bild taucht als erstes auf. Tempo-tempo, beweg dich! Hampelmänner, Knie zum Ellbogen, zacki-zacki. Ich hasse Bewegung.

Und was mache ich mit all diesem Müll? Erst mal nix. Ich werde es erstmal so stehen lassen. Mir hat es eins gebracht: Ich habe verstanden, dass ich nicht faul oder willensschwach bin. Ich muss mich nur mit meinem Unterbewussten arrangieren. Wir müssen uns da neue Bilder drauf schweissen, auf die anderen legen, immer wieder, so lange, bis die alten verblassen. Ich walke voller Lebenslust durch den Wald z. B. oder ich bin meine überschüssigen Kilos los und geniesse die Leichtigkeit meines Körpers.